Epilepsie - die unsichtbare Krankheit

Am 11. Februar 2019 ist Internationaler Epilepsietag.

Epilepsie ist eine Fehlfunktion des Gehirns. Sie wird durch Nervenzellen ausgelöst, die plötzlich gleichzeitig Impulse abfeuern und sich elektrisch entladen, wodurch es zu Krampfanfällen kommen kann.

„Im Landkreis sind ca. 1200 Menschen von einer Epilepsie betroffen. Am höchsten ist das Erkrankungsrisiko im Kindesalter sowie jenseits des 50. bis 60. Lebensjahres. Eine Epilepsie kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten", erläutert Dr. Karl Breu, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Weilheim-Schongau. Die Anfälle können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Patienten verspüren zum Beispiel nur ein leichtes Zucken oder Kribbeln einzelner Muskeln, andere sind kurzzeitig „wie weggetreten". Im schlimmsten Fall kommt es zu einem unkontrollierten Krampfanfall des ganzen Körpers und zu kurzer Bewusstlosigkeit. „Wer erstmals einen epileptischen Anfall erleidet, sollte sich von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen lassen", empfiehlt Dr. Breu. Dabei kann festgestellt wer-den, ob es sich tatsächlich um Epilepsie handelt oder ob der Anfall andere Gründe, wie Unterzuckerung, Infekte oder Durchblutungsstörungen u.v.m. hat .

„Die Ursachen einer Epilepsie sind vielfältig und die Wissenschaft hat das noch nicht endgültig klären können", berichtet der Pollinger Mediziner. Oft spielen die Gene eine Rolle. Therapiemöglichkeiten bei Epilepsien sind vielfältig und müssten individuell mit den einzelnen Patienten abge-stimmt werden. Aspekte wie Alter des Patienten, vorhandene zusätzliche Erkrankungen, weitere Medikamente, Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmitteln, Einnahme der Anti-Baby-Pille und vieles mehr muß dabei bedacht werden.

Neben einer medikamentösen Behandlung ist es wichtig, etwaige Ursachen für einen Anfall herauszufinden. Dazu hat sich ein sogenannter Anfallskalender bewährt. Darin werden die Häufigkeit und der Schweregrad der epileptischen Anfälle notiert. Außerdem wird die Situation beschrieben, um eventuelle Auslösemuster feststellen zu können. Viele Epilepsiepatienten profitierten von ausreichendem Schlaf mit regelmäßigen Einschlafzeiten (Schlafhygiene). Festgestellte Auslösesituationen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel Alkoholgenuss und vor allem emotionaler Stress. Auslöser könnten auch optische Reize, wie das Flackerlicht von Monitoren beim Fernsehen oder vor dem Computer sein. An Epilepsie Erkrankte können ein weitgehend normales Leben führen.

Neubetroffene Patienten sollten laut Dr.Breu jedoch zunächst einige Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen: Sturzgefahren in der Wohnung vermeiden, keine elektrischen Messer oder Schneidemaschinen verwenden, nicht ohne Begleitung schwimmen, in einem niedrigen Bett schlafen oder scharfe Kanten in der Wohnung sichern.

Weitere Infos gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie im Internet unter www.dgfe.org/.

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